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4.1.2009 von Elke Reihl (autor).
Am 03. Januar war es wiedermal so weit,RTL strahlte eine Sendung aus, in der sich berühmte “Wahrsager” mit Vorhersagen für 2009 zum Besten gaben.
Die einzelnen Prophezeiungen lassen sich in der Zusammenfassunghier nachlesen
Wie zu erwarten war, hatten die Ergüsse der Promi-Wahrsager nicht mehr Gehalt als heiße Luft. In gewohnter Manier wurde selbstsicher vorgetragen, was jeder Laie auch vorhersehen hätte können. Schwammig, banal und wenig aufschlussreich reihte sich eine Antwort an die andere und meist ließ sich nicht verbergen, dass sich damit alle Eventualitäten interpretieren lassen, wenn es bei der nächsten Rückschau wieder darum geht, wer von den “Experten” Recht hatte.
Die britische Spargellegerin und die Anhänger des Knochenorakels konnten einem noch einen gewissen Humor abringen. Alle anderen Propheten wirkten über ihre abgehobene und teils elitäre Art nur abstoßend. Extremen Brechreiz könnten manche Zuschauer bei Lennart Wolf erlebt haben, einem selbsternannten Seher und High-Society Bubi wie er im Buche steht, dabei erst 25 Jahre jung und bereits stolzer Besitzer von 4 Rolls Royce. Wenn Rudi Mooshammer nicht erst kürzlich verstorben wäre, würde ich Herrn Wolf glatt als dessen humorlose Reinkarnation durchgehen lassen.
Ganz interessant zu wissen, was z.B. die astrologische Börsenexpertin Iris Treppner im Internet so verlauten lässt, wenn es um ihr Privatleben geht, wobei sie bestimmt davon ausgegangen sein muss, das es nicht an die breite Öffentlichkeit dringt.
O-Ton Frau Treppner: “Ich kann nicht mit Geld umgehen, was ich durchaus akzeptiere” und “Mein aktueller Traum ist Polo spielen in Kitzbühl oder St. Moritz. Dazu muss man aber entweder schwer reich oder mega berühmt sein oder einfach sehr gut Polo spielen können. Leider gehöre ich zu keiner dieser drei Gruppen, so dass ich wohl Zaungast bleibe” (lt.Interview auf der dortigen Website vom März 2006)
Mann ist das nicht peinlich! Ausgerechnet die Börsenexpertin hat zu wenig Geld, um sich ihre kleinen Träume zu erfüllen. Wie soll es denn da in Zukunft den vielen Börsianern gehen, die auf ihre Prognosen hören? Im Zuge der Finanzkrise sind das ja nicht gerade gute Aussichten.
Ich will nur hoffen, dass mir Frau Treppner diesen kleinen Exkurs in ihr Privatleben nicht übel nimmt, denn gerade in letzter Zeit hat sich gezeigt, dass es Wahrsager gibt, die wenig Spaß verstehen, wenn man sie zitiert und die sogar mit dem Anwalt drohen.
Malkiel Rouven Dietrich auch bekannt unter dem Künstlernamen “Lestat” wurde über eine entsprechende Androhung mittlerweile im Internet berühmt, weil der Wahrsagercheck’s Blog es wagte ihn nicht nur zu zitieren sondern auch noch zu verlinken. Sein Zensurversuch und somit sein Name befinden sich heute in der Top 10 Liste vieler Blogs. Da kann man mal wieder sehen, dass selbst Wahrsager irren können, wenn es um die prekäre Vorhersage von persönlichem Schaden und Nutzen geht. Herrn Dietrich war es bestimmt wichtig Schaden von sich abzuwenden, was jedoch zu dem Ergebnis führte, dass ihm umfangreiche und zudem kostenlose Werbung zuflog, der niemand einen Nutzen absprechen kann, wenn es doch um jemanden geht, der in der Öffentlichkeit stehen will. Andere müssen dafür teuer bezahlen. Herr Dietrich hatte jedoch eine tolle Eingebung, die er spontan in die Tat umsetzte, um diesen Werbeprofit zu ernten, auch wenn er einmal nicht wusste, zu welchem Resultat es führen würde. Diesen kleinen Fauxpas wird man ihm in seiner herausragenden Wahrsagerkarriere bestimmt verzeihen, wenn man zudem noch weiß, dass er in der Lage ist, sich selbst kritisch zu beleuchten. (Wie menschlich, einfach rührend!)
O-Ton Dietrich: “Ich gelte allgemein als schwierig, nur weil ich mit meiner Meinung nicht hinterm Berg halten kann. Ich bin ein Revoluzzer!”
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